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Vierfach-Triumph für Mercedes-AMG in der Eifel

24hNbr16-IMGP9854Sternstunde in der Eifel: Mercedes-AMG hat beim denkwürdigen 44. ADAC Zurich 24h-Rennen mit einem Herzschlag-Finale einen Vierfach-Triumph gefeiert. Das AMG-Team Black Falcon mit der Startnummer 4 in der Besetzung Bernd Schneider, Maro Engel, Adam Christodoulou und Manuel Metzger triumphierte nach 3.400,65 Kilometern mit gerade einmal 5,697 Sekunden Vorsprung und führte nach 24 aufregenden Stunden ein Quartett von gleich vier Mercedes-AMG GT3 an. In einem famosen Schluss-Spurt überholte Maro Engel erst in der letzten Runde den bis dahin führenden Christian Hohenadel im HTP-Mercedes-AMG GT3 mit der Nummer 29 mit einem harten Manöver auf der GP-Strecke und brachte dann den knappsten Sieg in der 47-jährigen Geschichte des Rennens auf den letzten 23 Kilometern nach Hause. Hohenadel und seine Teamkollegen Christian Vietoris, Marco Seefried und Renger van der Zande mussten sich mit Platz zwei begnügen. Informationen zum 24h-Rennen unter www.24h-rennen.de.

Mercedes gelang vor 185.000 Zuschauern am gesamten Wochenende nicht nur der zweite 24h-Erfolg nach 2013, sondern auch das beste Ergebnis eines Herstellers beim Eifel-Marathon seit dem Sechsfach-Sieg von BMW im Jahr 1998. Hinter den vier Mercedes-AMG schafften es in BMW (Platz 5), Bentley (Platz 7), Audi (Platz 8) und Porsche (Platz 9) vier weitere Hersteller in die Top-10.

Zweiter Erfolg für Bernd Schneider

„Wahnsinn, dass Maro das noch geschafft hat. Ein absolut phänomenales Gefühl. Es gibt dafür keine Worte. Ich hätte nicht gedacht, dass wir das noch rumreißen können. Aber ich glaube, wir haben es verdient. Wir hatten die ganze Zeit ein gutes Rennen. Ich bin total aus dem Häuschen“, sagte der DTM-Rekordchampion Bernd Schneider nach seinem zweiten 24h-Erfolg nach 2013. Vor drei Jahren hatte er ebenfalls mit Black Falcon triumphiert. Jetzt ließ „Mr. DTM“ mit seinen Kollegen dem ersten 24h-Sieg des damaligen Mercedes-Benz SLS AMG GT3 jetzt den Premieren-Erfolg des Nachfolgemodells Mercedes-AMG GT3 folgen.

Die HTP-Mannschaft hatte sich lange Zeit erfolgreich aus allen Zweikämpfen und kritischen Situationen herausgehalten. Allerdings brachte sie ein letzter Tankstopp 9:30 Minuten vor Ablauf der 24 Stunden um den greifbar nahen Sieg. Schlussfahrer Hohenadel kam zwar wenige Sekunden vor Engel zurück auf die Strecke, konnte Platz eins aber nicht bis ins Ziel behaupten.

Dritter wurden das Haribo-Racing-Team mit der Startnummer 88 in der Besetzung Uwe Alzen, Lance David Arnold, Maximilian Götz und Jan Seyffarth. Rang vier ging an das zweite Black-Falcon-Auto mit der Nummer 9, auf dem Engel gemeinsam mit Hubert Haupt, Yelmer Buurman und Dirk Müller gefahren war.

Über weite Strecken des Rennens hatte sich die Mercedes-Armada einen intensiven Kampf um den Gesamtsieg geliefert. Insgesamt 32-mal wechselte die Führung. Die beiden BMW M6 GT3 von Rowe Racing mit Markus Palttala und Schubert Motorsport mit Jörg Müller sowie ein Manthey-Porsche 911 GT3 R mit Fred Makowiecki waren die einzigen Spitzenreiter ohne einen Stern.

Regen und Hagel sorgen für Rennunterbrechung

In Erinnerung bleiben wird allen Fahrern und Fans aber auch das Unwetter am Samstag kurz nach dem Start. Sintflutartiger Regen und Hagel verwandelte die Rennstrecke innerhalb von Minuten zunächst in eine Rutschbahn und dann in einen großen Parkplatz. Da die Sicherheit der Fahrer nicht mehr gewährleistet war und auf teilweise spiegelglatter Piste selbst 500 PS starke Rennfahrzeuge nicht mehr die Steigungen auf der Nordschleife hochkamen, traf Rennleiter Walter Hornung die einzig richtige Entscheidung und stoppte das Rennen mit der Roten Flagge. Trotz zahlreicher Zwischenfälle gab es keine Verletzten im Starterfeld. Es dauerte mehr als eine Stunde, bis alle auf der Strecke gestoppten Autos zurück in der Box waren. Erst nach drei Stunden wurde das Rennen wieder freigegeben.

Stimmen von der Sieger-Pressekonferenz

Ein geschichtsträchtiges Rennen, das noch lange in Erinnerung bleiben wird. Das sagen die drei erstplatzierten Teams des 44. ADAC Zurich 24h-Rennens.

Maro Engel (Sieger): „Es ist ein riesiger Traum in Erfüllung gegangen, dieses 24h-Rennen zu gewinnen. Unglaublich, hier zu sitzen und mit diesen drei Jungs den Sieg feiern zu dürfen. Ich bin echt überwältigt. Mein letzter Stint war für mich quasi eine Stunde lang Top-30-Qualifying. Ich bin die ganze Zeit volle Attacke gefahren, aber es herrschte unglaublich viel Verkehr. Ich bin fast verzweifelt. Am Ende kam die Chance. Ich hatte einen besseren Exit aus der Dunlop-Kehre und kam auch besser durch das Schumacher-S, war sehr nah hinten dran. Ich denke, es war Christian auch bewusst. Ich gehe davon aus, dass er in den Rückspiegel geschaut hat. Er hatte die Möglichkeit, die Innenbahn dicht zu machen und hat das nicht getan, sondern ist nach rechts gefahren. Das war für mich die Möglichkeit, mein Auto innen rein zu bremsen. Ich wusste, dass wenn ich einen Move mache, es ein klarer Move sein muss – das bedeutet, ich muss das Auto komplett daneben setzen. Das habe ich auch gemacht. Christian hat dann, als ich neben ihm war, noch eingelenkt und mich im hinteren Bereich des Kotflügels getroffen. Ich kann seine Enttäuschung verstehen. Wenn ich den Sieg in der letzten Runde verlieren würde, wäre ich auch sehr traurig. Chris und Renger sind gute Freunde von mir. Es tut mir leid. Aber es muss ihnen bewusst gewesen sein, das wenn ich so nah dran bin, ich einen Angriff starte. Es gab keine Anweisung, nicht anzugreifen, sondern es gab die Anweisung, wenn möglich, zu überholen.“

Adam Christodoulou (Sieger): „Hier mit dem ganzen Team zu gewinnen ist einfach unglaublich. Als Maro Christian überholt hat, habe ich so laut geschrien, dass meine Stimme jetzt fast weg ist. Wir haben gezeigt, dass man immer alles geben muss und immer bis zum Schluss pushen muss. Endlich hat sich die ganze Ausdauer und die viele Arbeit der ganzen letzten Jahre ausgezahlt.\ »

Manuel Metzger (Sieger): „Der VLN-Titel war schon herausragend, aber es ist wirklich unglaublich, jetzt hier beim 24h-Rennen ganz oben stehen zu dürfen. Ich bin sehr stolz, dass das Team mir das Vertrauen gegeben hat und ich zeigen konnte, was ich kann. Der Schlüssel zum Erfolg war diesmal die Zuverlässigkeit unseres gesamten Teams.“

Bernd Schneider (Sieger): „Der Wettbewerb war 2016 deutlich härter als im vergangenen Jahr. Allein schon, wenn man bedenkt, was im Top-30-Qualifying los war. Die Rundenzeiten und die Kurvengeschwindigkeiten waren diesmal unglaublich. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, mit dem Team zusammenzuarbeiten. Nachdem wir im vergangenen Jahr noch nicht so erfolgreich waren, haben diesmal im Vorfeld alle Teams hart zusammengearbeitet. Im Rennen war dann natürlich jedes Team auf sich alleine gestellt. Es ist verständlich, dass das Team, das nicht gewonnen hat, enttäuscht ist. Doch wenn man gewinnen kann, muss man die Chance wahrnehmen. Dies ist wahrscheinlich der letzte Sieg für mich. Es war ein unglaublich hartes Rennen. Mercedes-AMG war als Team stark aufgestellt mit fünf perfekt vorbereiteten Autos. Die Konkurrenzsituation untereinander hat uns natürlich zusätzlich angestachelt.“

Christian Vietoris (2. Platz): „Wir sind enttäuscht, nach 24 Stunden in der letzten Runde den Sieg zu verlieren. Wir waren immer stark dabei. Allein die Anfangsphase zu überstehen, war viel wert. Nach dem Ausfall unseres Schwesterautos hat uns das gesamte Team unterstützt. Die letzte Stunde war einfach nervenaufreibend. Ich bin stolz, Teil dieses Teams zu sein. Im Moment überwiegt die Enttäuschung über den knapp verpassten Sieg, aber jetzt wird Schlaf nachgeholt und dann geht es nächste Woche voll motiviert zur DTM in die Lausitz.“

Lance David Arnold (3. Platz): „Das alle mit dem gleichen Material fahren und alle Fahrzeuge eine Top-Besetzung haben, macht natürlich vieles schwerer. Denn jemanden zu überholen, der so gut fährt wie du und das gleich Auto hat, geht ja eigentlich nicht. Aber Spaß bei Seite, die ganze Performance unserer Mercedes-AMG GT3 war einfach toll. Dass sich die Konkurrenz zum größten Teil selbst eliminiert hat, war natürlich ein Vorteil für uns. Unser Fahrzeug selbst hat bis zum Schluss wie ein Uhrwerk funktioniert, einfach toll!\ »

Maximilian Götz (3. Platz): „Haribo hat einen geilen Job gemacht. Wir hatten lange eine Doppelführung. Lance hatte in der Nacht einen kleinen Kontakt mit einem Audi, aber das war kein Nachteil für uns. Es war toll zu sehen, wie wir den anderen teilweise richtig wegfahren konnten.“

Jan Seyffarth (3. Platz): „Das Rennen wird durch mehrere Faktoren in die Geschichte eingehen: Knappster Zieleinlauf und frühester Abbruch. Da denkt man natürlich auch an die Zuschauer da draußen, die eine Woche lang campen. Wir hatten eine harte Zeit da draußen auf der Strecke bei schwierigen Verhältnisse. Schon alleine deswegen kann man froh sein, durchgekommen zu sein. Die Jungs und Mädels, die die 24 Stunden da draußen durchgestanden haben – bei Regen, Hagel und alles, was es da gab, denen gilt mein Kompliment. Das sind die echten Racing-Fans, das ist der Nürburgring. Deswegen kommen die Leute auch hierher und deswegen machen wir hier die ganze Show.“

Uwe Alzen (3. Platz): „Wir sind superstolz, jetzt endlich mal auf’s Podium gefahren zu sein. Danke an die ganze Haribo-Mannschaft, die einen perfekten Job gemacht hat genauso wie meine Kollegen hier, die fehlerfrei gefahren sind. Wir haben 20 Stunden lang – eigentlich sogar 24 Stunden lang – unter den ersten drei gelegen. Uns allen hat es riesigen Spaß gemacht und wir haben alle gut zusammengearbeitet. Letztendlich auf dem Treppchen zu stehen, war eine ganz große Sache. Ich hoffe, dass wir weitermachen und vielleicht nächstes Jahr wieder mit zwei Autos kommen.“

Pressemitteilung ADAC Zurich 24h Rennen, Bilder Jean-Baptiste Lassaux/Sport-Auto.ch

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