DTM – Drama um Rast – Sieger Müller macht DTM-Titelkampf spannend

Strahlendes Siegerlächeln bei Nico Müller (SUI), große Enttäuschung bei René Rast (GER) – mit seinem zweiten Saisonsieg hat der Schweizer auf dem Lausitzring den Rückstand auf Tabellenführer Rast deutlich verkürzt, der wegen eines technischen Defekts in Führung liegend früh aufgeben musste. Hinter dem Audi-Trio Müller, Robin Frijns (NED) und Mike Rockenfeller (GER) hielt Marco Wittmann (GER) als bester BMW-Pilot seine Titelchancen unverändert offen. Der DTM-Titelkampf spitzt sich zu, denn Müller hat nur noch 14 Punkte Rückstand auf den viermaligen Saisonsieger Rast (209). Zu den weiteren Titelanwärtern zählt neben Wittmann (159) aber auch noch dessen Markenkollege Philipp Eng (AUT/139), Rockenfeller (123) und Frijns (111).

Die entscheidende Szene ereignete sich in Runde sieben: Rast hatte sich an der Spitze schon etwas abgesetzt, als er plötzlich langsamer wurde. Nur mit Mühe konnte Müller mit Wittmann im Schlepptau eine Berührung verhindern. Rast rollte aus, versuchte zwar noch einmal, das Rennen fortzusetzen, musste dann aber an der Box frustriert mit einem technischen Defekt aufgeben. Von da an war der Weg frei für Müller, der zwar Wittmann zeitweise groß im Rückspiegel sah, das Rennen aber souverän kontrollierte.

Wittmann sprengt beim Start das Audi-Quartett

Dabei war Wittmann beim Start noch der große Gewinner gewesen, denn von Startplatz fünf hatte sich der Ex-Meister sofort an die dritte Position katapultiert und damit das Audi-Quartett mit Rast, Jamie Green (GBR), Müller und Frijns gesprengt. Dagegen büßte Green nicht nur beim Start Positionen ein, sondern auch wegen einer Durchfahrtsstrafe, so dass ihm als Zehnter am Ende nur noch ein Punkt blieb. Nach dem Boxenstopp konnte sich Wittmann gegen die drängenden Frijns und Rockenfeller nicht mehr wehren, die sich mit sehenswerten Überholmanövern am BMW vorbeipressten.

Kurze Führung, aber keine Punkte für Aston Martin

Aston Martin sorgte kurz nach dem Start für einen atemberaubenden Moment, als gleich drei Vantage DTM nebeneinander durch zwei Kurven zirkelten, ohne sich zu berühren. Während der turbulenten Phase der Reifenwechsel konnte Aston Martin zumindest kurzfristig Führungsluft schnuppern, weil Ferdinand von Habsburg (AUT) erst spät zum Pflichtboxenstopp fuhr. Letztlich verpasste Aston Martin die Punkteränge jedoch knapp, denn Jake Dennis (GBR), Daniel Juncadella (ESP) und Paul Di Resta (GBR) kamen geschlossen auf den Plätzen elf bis 13 ins Ziel.

Stimmen – 1. Rennen, Lausitzring

„Natürlich bin ich sehr glücklich, denn das war heute ein wichtiger Erfolg. Der Sieg ist toll für die Jungs, und auch der Dreifach-Sieg für Audi ist sehr wertvoll. Als ich einmal in Führung war, konnte ich mich etwas absetzen und meine Reifen gut verwalten. Mein zweiter Stint kam mir dann aber ungewöhnlich lange vor. Als René (Rast) plötzlich langsam wurde, war das schon knapp, aber ich habe es irgendwie geschafft, an ihm vorbeizukommen. Die Punkte bedeuten einen wichtigen Schritt, alles ist wieder offen. Jetzt will ich schon morgen die Lücke weiter schließen.“ – Nico Müller, Sieger

„Am Anfang hatte ich eine gute Pace, aber gegen Rennende musste ich dann doch hart kämpfen. Der Schlüssel zum zweiten Platz war sicherlich das Überholmanöver gegen Marco (Wittmann). Ich wusste, ich habe einen Versuch, und den habe ich genutzt – ein schönes Manöver. Mein Auto war nicht perfekt, da können wir uns noch verbessern, denn ich würde in der Meisterschaft noch gerne bis auf drei oder vier nach vorne kommen.“ – Robin Frijns, 2. Platz

„Gegen Rennende hatte ich die frischeren Reifen, das hat sich bezahlt gemacht. Die beiden Szenen mit Marco (Wittmann) waren hart, aber fair. Beim ersten Mal habe ich zurückgesteckt, zum Glück war die Berührung nicht schlimm. Beim zweiten Versuch habe ich dann etwas später gebremst.“ – Mike Rockenfeller, 3. Platz

Wow-Fact – 1. Rennen, Lausitzring

25

Wenn am Sonntag das Rennen gestartet wird, feiert der Lausitzring ein Jubiläum. Es ist das 25. Rennen der DTM auf der markanten Rennstrecke, zwischen Berlin und Dresden gelegen. Damit rückt der Lausitzring an die vierte Position der Rennstrecken mit den meisten ausgetragenen DTM-Rennen, direkter hinter die Klassiker Hockenheim, Nürburgring und Norisring. Im Jahr 2000, weniger Monate nach der Eröffnung des damals EuroSpeedway Lausitz genannten Kurses, fielen bei der DTM-Premiere gleich beide Rennen wegen starker Regenfälle ins Wasser. 2005 gastierte die DTM sogar zweimal in der Lausitz. Seit der vergangenen Saison fährt die DTM auf der längeren Streckenvariante (4,534 km) des Lausitzrings, der seit November 2017 im Besitz der Sachverständigen-Organisation und DTM-Partners DEKRA ist. Mit drei Siegen ist Jamie Green der erfolgreichste der aktuellen DTM-Piloten in der Lausitz.

Regel im Fokus

Sicherheit

Den DTM-Fahrer umgibt auch nach dem technischen Reglement von 2019 im Cockpit eine Kombination aus Sicherheitskäfig und Einheitsmonocoque. Jedes DTM-Fahrzeug ist zudem mit CrashStrukturen an beiden Seiten sowie vorn und hinten ausgestattet, die bei einem Aufprall möglichst viel Energie absorbieren sollen. Das Tragen des HANS-Systems („Head and Neck Support“) bleibt Pflicht. Zudem verfügen die DTM-Boliden über eine abnehmbare Luke im Dach, über die ein Pilot im Falle eines Unfalls erreicht werden kann.

Der Sicherheitsstandard in der DTM ist weltweit im Tourenwagensport einmalig und hat sich auch bei heftigeren Unfällen immer wieder bewährt. 2019 kommt ein neu entwickelter Knieschutz für die Fahrer dazu. Das Cockpitvolumen wurde definiert: Nun trennt eine Feuerwand die Getriebeeinheit vom Cockpit, was im Falle eines Brandes für besseren Schutz sorgt. Die Sicht nach hinten wird deshalb statt mit einem herkömmlichen Innenspiegel durch ein Kamera-System sichergestellt.

Und dann war da noch …

… eine motorsportliche Zeitreise für Timo Glock. Der BMW-Werksfahrer nahm am Samstag für einige Showrunden im Cockpit eines BMW M3 (E30) von 1988 Platz. Das Ex-Zakspeed-DTM-Fahrzeug wird am Rennwochenende am Lausitzring im Rennen der Tourenwagen Classics vom Team 2.0 Automotive eingesetzt – mit den beiden Ex-DTM-Fahrern Marc Hessel und Christian Menzel abwechselnd am Steuer.

Pressemitteilung DTM

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